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Geschichte unserer Schule

Die Anfänge

Die Anfänge unserer Dortmunder Schule, damals genannt "Sehschwachenschule", reichen bis in das Jahr 1926 zurück. Die damalige Dortmunder Stadtverwaltung besichtigte zusammen mit dem späteren Namensgeber unserer Schule, Herrn Prof. Dr. Martin Bartels, dem Leiter der Augenklinik in Dortmund, die zu dieser Zeit bestehenden Sehschwachenschulen in Berlin, Hamburg und Wien.

Das war der Anstoß, um drei Lehrer zur 'Heilpädagogischen Ausbildung' nach Berlin zu schicken.

1928 wurde dann die erste Sehschwachenschule im Westdeutschen Raum mit 39 Kindern eröffnet. Das war der Anfang unserer Schule. Eine Sensation in der damaligen Schullandschaft. Die Schule hieß damals noch "Albrecht-von-Graefe-Schule". Albrecht von Graefe war ein erfolgreicher Berliner Augenarzt.

Erst 1963 wurde die Schule in "Martin-Bartels-Schule" umbenannt.

Dr. Martin Bartels

Martin August Bartels wurde am 16.6.1875 als 11. von 14. Kindern in Gütersloh geboren. 1900 machte er sein ärztliches Staatsexamen und wurde Dr. med. im Bereich der Augenheilkunde. Er war Privatdozent 1905 in Marburg, 1906 in Straßburg und dort 1911 Professor.
Zwischen 1908 und 1910 erforschte er das Augenzittern bei Bergleuten und wurde bald zum Experten auf diesem Gebiet.
Von 1912-1914 war er in Lima/Peru Augenarzt. Während des 1. Weltkrieges arbeitete er als Feldarzt in verschiedenen Lazaretten und zuletzt (1917-1918) auch in der Türkei.
Nach dem Krieg war er 1919 Dozent in Frankfurt und 1920 dann Cherfarzt der Städtischen Augenklinik in Dortmund. Auch hier beschäftigte er sich mit dem Augenzittern.
Am 9.12. des Jahres heiratete er die 17 Jahre jüngere Margareta Elisabeth Alexandra Lehmann.

Als Leiter der Dortmunder Augenklinik beschäftigte er sich immer mehr mit den Problemen der so genannten "Sehschwachen". Er stellte fest, dass es viele in den Blindenschulen gab, von denen er einige im deutschsprachigen Raum besuchte.
Dies führte 1928 zur Gründung der "Albrecht von Gräfe Schule für Sehschwache" in Dortmund.

Weitere Arbeitsschwerpunkte waren danach die Erforschung von Netzhautablösungen und -rissen sowie deren Operation. Die wissenschaftliche Arbeit trat mehr und mehr in den Hintergrund zur praktischen Operationstätigkeit. Dies im besonderen während des 2. Weltkrieges.

Martin Bartels starb am 10.1.1947.

1930-1960

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts (1930-1939) wurde unsere Sehschwachenschule in eine "Sehschonungsschule" umbenannt. Damals war die wissenschaftliche Meinung, man müsse das Auge vor Überbeanspruchung schonen, um die Sehkraft zu erhalten. Deshalb wurden die Klassenzimmer mit besonders guten Lichtverhältnissen im nach Süden gelegenen Flügel der Klosterschule in der Karlsstraße ausgewählt, später wurden auch die Beleuchtungen an jedem Arbeitstisch für den einzelnen Schüler eingerichtet. Großflächige Leuchttafeln sollten die Beleuchtungsverhältnisse verbessern. In den Herbst- und Wintermonaten wurden die Unterrichtszeiten wegen der schlechteren Lichtverhältnisse eingeschränkt.

1944 fiel der Standort an der Kreuzstraße den Bomben zum Opfer. Glücklicherweise waren keine Menschenleben zu beklagen, weil die Schüler zuvor mit ihren Lehrern nach Baden (in Süddeutschland) geschickt worden waren.
Aber leider verbrannten alle Akten, Unterlagen, Lehrmittel und auch die Schulchronik, so dass aus der Zeit von 1928 bis 1944 nichts übrig blieb.

Erst am 03.09.1953 wurde die Sehschonungsschule wieder neu eröffnet in der Kreuzschule in der Kreuzstraße. Der erste Schulleiter war Herr Schulte-Göcking.
Dieser Neuanfang war mit vielen teuren Anschaffungen verbunden:
Einzelanfertigung von Schülertischen, Deckenleuchten, Bereitstellen einer (!) Schreibmaschine mit Großschriftbuchstaben. Spezielle Bücher in Großdruck gab es nicht. Jedes Lese- oder Rechenbuch musste vom Lehrer handschriftlich oder mit der neuen Schreibmaschine geschrieben und kopiert werden.

Erst 1962 wurden weitere dieser Maschinen angeschafft als Folge der Einführung des Schreibmaschinenunterrichts für die Schüler der Klassen 5 bis 8, deren Leistungen in Deutsch mindestens befriedigend sein mussten. Schließlich war man zunehmend mehr bestrebt (neben dem Gedanken der Sehschonung) vor allem die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Normalsichtigen zu steigern.

Am 12.08.1968 zog unsere Schule in einen Altbau in die Liebigstraße 42 um, den sie sich zusammen mit 2 anderen Schulen teilen musste. Schon nach kurzer Zeit reichten die zur Verfügung gestellten Klassenräume nicht mehr aus. Das lag daran, dass am Ende der 60er Jahre die Schulbusbeförderung eingerichtet wurde (vorher kamen die Schüler entweder zu Fuß oder mit ihren Eltern mit öffentlichen Verkehrsmitteln) und immer mehr Sehbehinderte gezielt in anderen Schulen gesucht und gefunden wurden; so stieg die Schülerzahl auf 147. Sie kamen aus Dortmund und dem Umland.

Neuer Standort: Marsbruchstraße

1971 wurde die Schule durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) von der Stadt Dortmund übernommen. Die Ausgaben wurden immer weiter fortgesetzt. Es gab jährliche Fahrten in das Schullandheim des LWL in Körbecke am Möhnesee, die für die Schüler kostenlos waren.
1978 zog die Schule in den Schulneubau in Dortmund-Aplerbeck an der Marsbruchstraße um. Damit bezog die Martin-Bartels-Schule zum ersten Mal, auf den Monat genau 50 Jahre nach ihrer Gründung, ein eigenes neues Schulgebäude.
Das neue Gebäude war für 14 Klassen mit 168 Schülern konzipiert.

1975 wurde die Klasse E als Eingangsklasse vor Klasse 1 eingeführt.

1978 nahm die Außenstelle unserer Schule in Olpe ihren Betrieb mit 16 Schülern aus dem Einzugsbereich Olpe/Siegen auf. Ab 1980 wurde diese Schule dann in eine selbstständige Sehbehindertenschule umgewandelt.

Ab dem Schuljahr 1980 richtete unsere Schule die Klasse 10 ein.

Seit 1981 bietet unsere Schule für noch nicht schulpflichtige sehgeschädigte Kinder die Früherziehung und Frühförderung an.

Ebenfalls 1981 wurde der Förderverein unserer Schule gegründet.

1982 wurden auf Grund von Sparmaßnahmen die zusätzlichen Busfahrten für die Grundschüler eingestellt. Damit begann die Betreuungszeit nach dem Unterricht zur Überbrückung der Wartezeit bis zum Schulschluss.

Am 18.05.1989 wurde die neue Turnhalle auf dem Gelände eröffnet. Diese nutzen wir regelmäßig zusammen mit der benachbarten Körperbehindertenschule. Zuvor fand der Sportunterricht an einem Tag in der Woche in der angemieteten Turnhalle 'Ewaldi' in Aplerbeck statt, zu der die Schüler per Bus im Pendelverkehr gebracht wurden.

Seit ca. 1996 gibt es die Betreuung durch den "Gemeinsamen Unterricht" (Integration) als feste Einrichtung unserer Schule.

Im Schuljahr 1998/99 wird unsere Schule auch zur Blindenschule. Es erfolgt die erste Aufnahme eiens blinden Schülers.

2009 konnte der Schulhof durch eine großzügige Spende der Firma Datev mit Spielgeräten ausgestattet werden.

2012 wurden iPad Klassen eingerichtet.

2018 feierten wir unser 90-jähriges Schuljubiläum mit einer Schulfahrt der gesamten Schule in eine Jugendherberge nach Kleve.